eLongboards & das Gesetz

Darf ich mit einem eBoard auf der Straße fahren?

Das Fahren mit einem Elektroskateboard im öffentlichen Straßenverkehr ist in Deutschland nicht erlaubt. Um auf der Straße fahren zu können, fehlt dem Elektroboard eine Straßenzulassung. Das elektrische Skateboard wird in Deutschland als Kraftfahrzeug, genauer gesagt als Kleinkraftfahrzeug, eingeordnet. Es ist ein motorisiertes, also nicht nur Motor-unterstütztes, Personenfortbewegungsmittel, welches schneller als 6 km/h fährt. Für die Zulassung auf öffentlichen Straßen gibt es aber bestimmte Voraussetzungen. Dazu gehören, eine verpflichtende Versicherung, die durch ein gültiges Nummernschild gekennzeichnet ist und ein Führerschein. Außerdem müsste das E-Skateboard nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) ausgestattet sein. Das bedeutet, es bräuchte Rücklichter, Schutzbleche, Klingel und Reflektoren.

Auch Gehwege sind keine Alternative. Dort darf das E-Longboard nicht gefahren werden, da es selbständig eine Geschwindigkeit von über 6 km/h erreicht, also mehr als Schrittgeschwindigkeit führt. Die Rechtslage in Österreich und der Schweiz sind ähnlich, auch hier gibt es keine Straßenzulassung für das E-Board.

Wie sieht die Rechtslage bei einem unmotorisierten Skateboard aus?

Bei einem unmotorisierten Skateboard sieht die Rechtslage etwas anders aus. Ob man auf einem Gehweg oder der Straße fahren darf, hängt von der Entscheidung ab, ob es sich um ein Sportgerät oder Fortbewegungsmittel handelt. Durch die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten ist die straßenverkehrsrechtliche Einordnung schwierig und wird von Stadt zu Stadt unterschiedlich gehandhabt. Wird das Skateboard als Sportgerät betrachtet, darf es ausschließlich in Spielstraßen, verkehrsberuhigten Bereichen und auf Sportflächen benutzt werden. Wird es als Fortbewegungsmittel beurteilt, gelten die gleichen Regeln wie auch für Fußgänger. Das heißt, es müssen Gehwege benutzt werden aber es darf auch in Fußgängerzonen und Wohnstraßen gefahren werden, sofern keine Verbotsschilder dem widersprechen. Das Fahren auf der Straße ist aber auch mit Skate- oder Longboard unzulässig.

Egal, wie die Stadt das Skateboard einordnet, der Verstoß gegen die jeweilige Verordnung ist eine Ordnungswidrigkeit und kann eine Strafe nach sich ziehen.  In der Realität sind Bußgeldverfahren aber eine seltene Ausnahme.

Wo darf ich mit dem eBoard fahren?

Wie oben beschrieben, ist das Fahren auf der Straße mit einem elektrischen Skateboard verboten. Doch wie sieht es mit Gehwegen oder Radwegen aus? Hier kommt wieder die Einordnung als Kfz ins Spiel. Mit einem Kraftfahrzeug darf man keine Fußgängerwege befahren. Also ist das Fahren mit dem eBoard auf Gehwegen, in Fußgängerzonen, Spielstraßen und Radwegen verboten.

Im Klartext heißt das, mit dem eLongboard darf man offiziell nur auf StVO-freien Plätzen und auf Privatgelände fahren. Auf öffentlichen Wegen und Plätzen sind die elektrischen Skateboards tabu. Jedoch sieht das in der Realität anders aus und ist offensichtlich notwendig um einer Zukunft mit emissionsfreien Fortbewegungsmitteln näherzukommen. Das ist auch der Grund dafür, warum sich ein eBoarder weniger als Gesetzesbrecher, sondern mehr als Zukunftsretter sieht.

Welche Strafen erwarten mich, wenn ich mit meinem elektrischen Skateboard erwischt werde?

Das Fahren mit eBoards im öffentlichen Raum zieht eine Reihe von Verstößen mit sich. Zunächst wird es als Fahren ohne Einzelgenehmigung, früher Betriebserlaubnis, betrachtet. Ohne Straßenzulassung kann das eLongboard eine solche Genehmigung auch gar nicht bekommen. Des Weiteren wird die fehlende Ausrüstung nach der StVO geahndet und der fehlende Versicherungsschutz. Für jedes Kfz muss eine Pflichtversicherung abgeschlossen werden, die mit einem Verkehrskennzeichen belegt wird. Gegebenenfalls kommt dann noch das Fahren ohne Führerschein hinzu.

Wird sich an der Rechtslage in naher Zukunft etwas ändern?

Je mehr eBoards in Deutschland unterwegs sind, desto wichtiger wird eine Verordnung, die die Nutzung endgültig regelt. Ähnlich war dies bei Segways, die in relativ kurzer Zeit einen regelrechten Hype auslösten. Mittlerweile wurde entschieden, dass Segway-Fahrer ein Versicherungskennzeichen und mindestens ein Mofa Führerschein benötigen. Dann dürfen sie Radfahrstreifen, Radwege, Schutzstreifen und in Ausnahmefällen auch Straßen benutzen.

Wann eine ähnliche Ausnahmereglung für Elektroboards getroffen wird, ist noch nicht öffentlich bekannt, jedoch sind uns bereits einige andere europäische Länder voraus und haben den eRide gesetzlich geregelt.

Gibt es Altersgrenzen? Was sollte ich sonst beachten?

Generell gilt: Ein eBoard ist kein Spielzeug und sollte nicht von Kindern unter 14 Jahren gefahren werden. Da die Electric Skateboards eine hohe Geschwindigkeit erreichen, sollte stets die Sicherheit im Vordergrund stehen. Schutzkleidung wie Knie- und Ellbogenschoner sowie Helm schützen vor Verletzungen und sollten unbedingt getragen werden. Selbstverständlich sollte man auch beim Elektroboard auf ein verantwortungsbewusstes Fahrverhalten achten, um sich selbst und andere nicht in Gefahr zu bringen.

Der ehemalige Fachlehrer für Verkehrsrecht bei der Bereitschaftspolizei von Baden-Württemberg, hat dazu seine Meinung verfasst.

 


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